Weihnachten in der Welt

Weihnachtsüberraschung © Syda Productions, Fotolia

Wie feiert man eigentlich in anderen Ländern?

 

Mit großen Schritten geht es wieder auf das Weihnachtsfest zu. Läden locken mit Weihnachtsleckereien, die Städte funkeln im Licht der Weihnachtsbeleuchtung, und überall liegt der Duft von Lebkuchen und gebrannten Mandeln in der Luft. Jeden Tag wird ein Türchen vom Adventskalender geöffnet und jede Woche brennt eine weitere Kerze am Adventskranz. Unsere deutsche Weihnachtstradition ist geprägt von Besinnlichkeit. Aber wie feiern eigentlich unsere Nachbarn dieses beliebte Fest? Und kennt man das christliche Weihnachtfest auch auf anderen Kontinenten? Wir haben mal etwas recherchiert…

 

Polen
Fangen wir doch erst mal klein an und werfen einen Blick auf unsere Nachbarn in Polen. Dort ist die Adventszeit nicht durch süße Leckereien wie Lebkuchen geprägt, wie etwa bei uns. Ganz im Gegenteil: Hier wird  in diesen Wochen gefastet. Der Heilige Abend wird dafür mit einem großen Festmahl zelebriert, an dem viele Familien einen traditionellen Weihnachtskarpfen zubereiten. Bevor gespeist wird, wird im Schein einer Kerze das Weihnachtsevangelium gelesen und eine Oblate geteilt. Auf dem Essentisch findet man in unserem Nachbarland immer ein Gedeck zu viel, welches als Symbol für Gastfreundschaft steht.

 

Dänemark
Auch unsere Nachbarn im Norden, die Dänen, kennen einen ähnlichen Brauch wie die Polen. In Dänemark wird den sogenannten „Nissen“ ein Extraschälchen mit Reisbrei serviert, das traditionell zum Weihnachtsmenü gehört. Die „Nissen“ sind kleine Wichtelwesen, die dem „Julemand“, dem dänischen Weihnachtsmann, unter die Arme greifen. Außerdem wird in dem eben schon angesprochenen Reisbrei eine Nuss versteckt. Der Finder dieser Nuss soll im neuen Jahr mit Glück gesegnet sein.
Interessant ist auch, dass die weihnachtlichen Feierlichkeiten in Dänemark bereits am 23.12. mit dem „Lillejuleaften“ (Kleiner Heiliger Abend) beginnen. Die Dänen essen dann Apfelkuchen und trinken gemeinsam Tee.

 

Italien
Etwas südlicher in Europa, in Italien, ist das Weihnachtsfest langfristiger angelegt. Hier feiert man gleich vier Mal. Der erste Festtag fällt dabei auf den Nikolaustag am 6. Dezember, der in Italien „San Nicola“ genannt wird. Eine Woche darauf, am 13. Dezember, folgt San Lucia. Die heilige Lucia ist in Italien die Botin des Lichts und beschenkt die Armen. Aber auch die Kinder gehen an San Lucia nicht leer aus: Für sie werden kleine Geschenke auf die Fensterbank gelegt.
Am 25. Dezember wird es für die Kinder Italiens richtig schön, denn dann findet das eigentliche Weihnachtsfest mit Bescherung unter dem Tannenbaum statt. Doch damit hat das Fest der Nächstenliebe in Italien kein Ende. Die Kinder können sich noch auf den 6. Januar freuen, denn an diesem Tag besucht sie „La Befana“, zu deutsch: die gute Zauberin, und lässt ähnlich wie der Weihnachtsmann Geschenke durch den Schornstein fallen. Aber auch in Italien gilt: Nur artigen Kindern, werden Wünsche erfüllt…

 

Mexiko
In Mittelamerika, genauer gesagt in Mexiko, wird Weihnachten weniger besinnlich gefeiert als in europäischen Kreisen. Hier zulande herrscht zu Weihnachten ein buntes Treiben auf den Straßen. Überall finden Umzüge mit Feuerwerken statt, die die Herbergen-Suche von Maria und Josef symbolisieren sollen. Für die Kinder Mexikos ist die „Piniata“ das Highlight an diesem Fest. Die Piniata ist eine Figur, die mit leckeren Kleinigkeiten gefüllt ist. Sie wird aufgehängt und die Kinder versuchen mit verbundenen Augen, die Piniata mit einem Stock zu zerschlagen, um an den Inhalt zu gelangen.
Was den Weihnachtsfesten der Mexikaner und der Europäer gleich ist, ist eine Mitternachtsmesse. In Mexiko findet diese Messe am ersten Weihnachtsfeiertag statt. Im Anschluss wird ein traditioneller mexikanischer Blumentanz veranstaltet.

 

Japan
Am anderen Ende der Welt, in Japan, gibt es keine richtige Weihnachtstradition. Das liegt daran, dass in den asiatischen Kreisen nur wenige Christen leben, da Shintoisten und Buddhisten die Mehrheit bilden. Weihnachten schwappte als ein amerikanischer Brauch nach Japan, deswegen ist unser eigentlicher, europäischer Anlass des Weihnachtsfestes kaum verbreitet. Vielmehr erzählt man sich in Japan vom Weihnachtsmann nach amerikanischem Vorbild. Da Weihnachten in Japan keinen religiösen Ursprung hat, ist es ein Anlass um Partys zu feiern und den Konsum anzukurbeln, denn der Brauch des Beschenkens wurde ebenfalls übernommen. Auch die Weihnachtsbeleuchtung wurde von den Japanern mit Begeisterung aufgegriffen. Paare unternehmen im Glanz von diesen Lichtern gerne romantische Spaziergänge.