Osterfest 2016

Osterhase © Benson Kua, flickr.com

Das Osterfest gehört zu den sogenannten beweglichen Feiertagen, d.h. das Datum variiert jedes Jahr. Grundlage für die Berechnung bilden der astronomische Frühlingsanfang, meist am 20. oder 21. März, und der erste Vollmond danach. Der erste Sonntag nach diesen beiden Tagen ist dann der Ostersonntag. Dabei treten jedoch sogenannte Osterparadoxien auf, da sowohl der Frühlingsbeginn wie auch der Vollmond gering abweichen können. Das Osterfest 2016 beginnt mit Karfreitag am 25. März 2016.

 

Osterbräuche in Deutschland

Nicht alle Bräuche haben einen religiösen Hintergrund, aber bei einigen wird deutlich: Eine Trennung zwischen Ritualen zur Begrüßung des Frühlings und christlichen Osterbräuchen ist nur schwer möglich. Häufig haben sich auch heidnische Rituale und christliche Brauchtümer zu ihrer heutigen Form verbunden.

 

Osterfeuer - Schon in der vorchristlichen Zeit wurde der Frühling mit einem Feuer begrüßt und damit der Sieg über die kalte Jahreszeit gefeiert. Auch dies wurde später auf die Auferstehung Jesu umgedeutet und so wurden am Tag vor Ostern die Feuer vor den Kirchen entzündet und geweiht. Heute gibt es in vielen Städten und Dörfern diese sogenannten Osterfeuer, die zahlreiche Zuschauer anlocken.

 

Osterkerze - Dieser Brauch ist einer der ältesten, schon im 4. Jh. n. Chr. fand er erste Erwähnung. Das Licht der Osterkerze steht für das Leben und die Kerze selbst ist eine Opfergabe für Gott. Osterkerzen wurden ursprünglich am Osterfeuer vor den Kirchen geweiht und entzündet. Der Brauch besagt, dass die Kerzen bis Pfingsten bei jedem Gottesdienst neben dem Altar stehen sollen und im Rest des Jahres bei den Taufen. Osterkerzen sind meist sehr groß und mit vielen Symbolen verziert.

 

Osterlamm - Als Brauch aus dem christlichen Altertum wird das Lamm am Ostersonntag verspeist. Ursprünglich ist dieser Brauch aus dem jüdischen Ritual entstanden, am Passahfest ein Lamm zu verzehren. Im Christentum dient es in zweierlei Hinsicht als Opfergabe: Einmal in der Bedeutung des Jesus, der für die Menschen am Kreuz gestorben war. Sowie mit seinem weißen Fell als Zeichen der Reinheit und des Friedens. Heutzutage gibt es auch das Ostergebäck in Lammform in Anlehnung an das Osterlamm.

Osterhase & Ostereier

Ostereier © praktycznyprzewodnik, flickr.com

Im heidnischen Brauchtum symbolisiert der Hase den Frühling und das Erwachen in der Natur. Im christlichen Glauben wurde dies mit der Botschaft der Auferstehung verbunden. In der Vorstellung vom Osterhasen bemalt dieser zu Ostern die Eier und versteckt sie für die Kinder. Der Ursprung des Osterhasen ist nicht eindeutig zu klären. Erste Erwähnungen finden sich im Jahr 1678 und besagen, der Brauch sei im Elsaß, in der Pfalz und am Oberrhein entstanden. Der Volksglaube vom Osterhasen war nicht immer vorhanden, auch andere Tiere galten als Überbringer der Ostereier: So z.B. in Westfalen und Hannover der Fuchs, in Thüringen der Storch, in Schleswig-Holstein, Bayern und Österreich der Hahn und in der Schweiz der Kuckuck.

Seit dem Mittelalter spielen Ostereier eine zentrale Bedeutung und gelten als Symbol des Lebens. Da Eier in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern nicht gegessen werden durften, wurden sie dementsprechend zum Fest in allen Varianten serviert. Heutzutage werden Ostereier in allen Farben und Materialien, ob aus Keramik oder Schokolade, zum Osterfest verschenkt. Ein Fund aus dem 4. Jh. n. Chr. weist auf das Eiermalen als eine alte Tradition hin. Im Mittelalter etablierte sich in der westlichen Welt die Farbe rot, symbolisch für die Farbe des Blutes, des Lebens und der Lebensfreude. Dagegen gibt es in Osteuropa goldfarbene Eier als Zeichen der Kostbarkeit.

 

Regionale Bräuche zu Ostern

Osterräderlauf im Weserbergland
Im Weserbergland erwartet Besucher ein nächtliches Feuerspektakel:  Jährlich lockt hier der Osterräderlauf in Lügde bei Bad Pyrmont hunderte Besucher an. Am Nachmittag des Ostersonntags fahren geschmückte Strohwagen durch die beschauliche Fachwerkkulisse der Stadt, vorbei an der Stadtmauer und hinauf zum Osterberg. Bei Einbruch der Dunkelheit und mit einem lauten Böllerschuss rollen dann nach und nach riesige Feuerräder hinab ins Tal. Fast zwei Meter beträgt der Durchmesser eines Rades, bei dem das Stroh in Handarbeit in die Speichen geflochten wird. Rund 400 kg wiegt es dann. Sind die Räder im Tal angekommen, werden Sie mit einem Feuerwerk begrüßt.
Als Ursprung dieses Brauches wird der heidnisch-germanische Sonnenkult vermutet, und das Feuerrad sinnbildlich für die Sonnenscheibe steht. Der Osterräderlauf in Lügde mit seinen sprühenden Rädern, rollend durch die Nacht, steht sinnbildlich für das Ende der dunklen Jahreszeit und für den Beginn des Frühlings. Wie lange dieser Brauch schon existiert, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden.
Weitere Informationen: www.osterraederlauf.de

Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz

Rothenburg ob der Tauber - Osterbrunnen und Markusturm © BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

Bei diesem Brauch werden am Karfreitag die Brunnen in vielen Dörfern mit bemalten Ostereiern, Girlanden und anderem Blumenschmuck verziert. Mehrere Tage dauert allein die Vorbereitung: Die Eierschalen werden mit verschiedenen Motiven handbemalt, aus Zweigen werden die Girlanden gebunden. Durchschnittlich finden sich rund 2000 Ostereier und bis zu 80 Meter Girlanden an einem Osterbrunnen.
Eine Erklärung des Brauches geht auf die Wasserarmut in dem bergigen Landstrich zurück, weshalb dem Dorfbrunnen ein hoher Stellenwert zu teil wurde. In Aufzeichnungen wird dieser Brauch das erste Mal 1908 beschreiben. Damals wurde eine Wasserleitung aus dem Tal in das Dorf Haag gebaut und der Brunnen daraufhin festlich geschmückt. Auch sah der Volksmund im Osterwasser eine positive Wirkung gegen Krankheiten und Ungeziefer.
Die Fränkische Schweiz in Bayern umfasst das Gebiet rund um den Fluss Wiesent und erstreckt sich um Bamberg, Bayreuth und Forchheim. Als Tourismusregion ist sie bekannt für ihre Vielfalt an Burgen, Ruinen und Höhlen. Die Osterbrunnen in Heiligenstadt und Bieberbach sind am berühmtesten.

 

Ostereier titschen – Dieser alte Brauch ist in Deutschland im Kölner Raum und der Oberpfalz sowie in vielen europäischen Ländern beheimatet. Dabei handelt es sich um ein Spiel, bei dem zwei Spieler je ein hart gekochtes Ei mit den Spitzen aufeinander schlagen. Dieses Spiel wird häufig am Ostermorgen in den Familien gespielt. Der Spieler, dessen Ei am Ende noch ganz ist, hat das Spiel gewonnen. Der Begriff „titschen“ bedeutet mundsprachlich „zusammenstoßen“. In Deutschland wurde das Spiel erstmalig 1810 erwähnt.

 

Ostermärkte & Osterausstellungen 2016

Ob Kunsthandwerk, Blumengestecke oder österliche Leckereien: In der Zeit vor Ostern gibt es in vielen deutschen Städten zahlreiche Märkte und Ausstellungen rund um das Osterfest 2014. Verbinden Sie eine Städtereise mit einem Ausflug, z.B. zu einem der folgenden Märkte:

 

Ostermarkt in der Zitadelle Spandau
26.03.-28.03. Berlin
Täglich von 10 - 20 Uhr
Zitadelle Spandau
13599 Berlin

 

Lüb´sche Ostern in Lübeck

05.03.-06.03. Lübeck
Täglich von 11 - 18 Uhr
Schuppen 6
23552 Lübeck

 

32. Norddeutscher Ostermarkt
17.03.-20.03. Hamburg
Do 18-21 Uhr, Fr - So 10-18 Uhr
Museum für Völkerkunde
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg

 

Osterfest im Olympiapark
27.03. München
So 11-17 Uhr, Olympiapark
Spiridon-Louis-Ring 21
80809 München

 

Dresdner Ostern

17.03.-20.03. Dresden

Täglich 10-18 Uhr

Messering 6

01067 Dresden

 

Osterdekoration aus der Natur

Wer keinen eigenen Garten hat, hält einfach beim nächsten Spaziergang die Augen auf: Moos, kleine Zweige, Blätter und vieles mehr lassen sich schnell zu einer frischen Osterdekoration gestalten. Typische Blumen sind neben den Osterglocken auch Tulpen, Astern und Narzissen. Keine passende Vase zur Hand? Nehmen Sie leere Weinflaschen oder anderes Altglas als Gefäße für Blumen und Zweige. Aus Bast, Paketschnur oder Bordüren ist im Handumdrehen eine Verzierung kreiert. Alternativ einfach mit etwas Klebestreifen ein Muster auf die Flaschen kleben und mit Acrylfarbe oder Sprühlack schöne Farbakzente setzen.
Bemalte Ostereier ergänzen die Dekoration und sind schnell zuhause gemacht. Damit die Farbe länger hält, die Schale nach dem Ausblasen oder kochen gut mit Essigwasser reinigen. In Küche und Natur finden sich viele natürliche Färbestoffe, z.B. rote Beete, Holunderbeeren, Mohrrüben oder Petersilie.

 

Rezepttipp: Osterzopf aus Hefe

Der Klassiker auf der österlichen Kaffeetafel: Ein Hefezopf oder –kranz ist schnell gemacht. Welche Zutaten Sie benötigen, wann der Backofen vorgeheizt wird, erfahren Sie in unserem Rezepttipp, welchen Sie als PDF downloaden können.

 

Rezepttipp als Download (PDF)